Spezial-PETG-Filament

PETG mit einer zusätzlichen Eigenschaft: antistatisch, glatt und verschleißfest oder hitzebeständig.

Manchmal reicht normales PETG nicht ganz aus. Diese Filamente von Fiberlogy drucken sich wie PETG, haben aber jeweils eine zusätzliche Eigenschaft: PETG ESD leitet statische Ladung ab und schützt empfindliche Elektronik, PETG + PTFE ergibt glatte, verschleißfeste Teile für alles, was gleitet oder sich dreht, und CPE HT bleibt bis 110 °C formstabil. Unter den Produkten liest du, welches du wählst und wie du es druckst. Mehr lesen…

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Was ist Spezial-PETG?

In dieser Kategorie findest du Filamente, die sich wie PETG drucken, aber eine Eigenschaft haben, die normalem PETG fehlt. Es sind drei Materialien von Fiberlogy: PETG ESD, PETG + PTFE (in Schwarz und Natur) und CPE HT. Für normale Drucke reicht Standard-PETG. Alle Sorten im Überblick findest du unter PETG- & PCTG-Filament.

Welches wählst du?

FilamentZusätzliche EigenschaftGeeignet für
PETG ESDLeitet statische Ladung allmählich abGehäuse für Leiterplatten, Sensoren und Steckverbinder, Halterungen für Messgeräte
PETG + PTFEGeringe Reibung und mehr Verschleißfestigkeit durch PTFE (Teflon)Führungen, Buchsen, Schieber und Zahnräder
CPE HTFormstabil bis 110 °C, transparent, geruchlos und frei von BPA, BPS und StyrolTeile, die warm werden; eine leichter druckbare Alternative zu Polycarbonat

PETG ESD: antistatisches Filament

Eine elektrostatische Entladung kann Bauteile auf einer Leiterplatte beschädigen. PETG ESD enthält Nanopartikel, die statische Ladung allmählich ableiten, sodass sie nicht auf einmal überspringt. Durch die Partikel ist das Filament nicht ganz glatt; kleine Verdickungen sind normal und liegen innerhalb der Durchmessertoleranz. Weitere antistatische Materialien wie ABS ESD findest du unter ESD-sicheres Filament.

PETG + PTFE und CPE HT

PETG + PTFE ist PETG mit zugesetztem PTFE, dem Material, das als Teflon bekannt ist. Gedruckte Teile werden dadurch glatt und verschleißfester. Laut Fiberlogy hält es 70 °C aus, genau wie normales PETG. CPE HT ist ein Copolyester aus derselben Familie, hergestellt aus dem Rohstoff, aus dem unter anderem Mehrweg-Trinkflaschen bestehen. Es bleibt bis 110 °C formstabil und kommt in der Festigkeit an Polycarbonat heran, lässt sich aber viel leichter drucken.

Druckeinstellungen

  • PETG ESD: Düse 250–265 °C, Druckbett 85 °C. Verwende am besten eine 0,6-mm-Düse; verstopft sie trotzdem, erhöhe die Temperatur. Achtung: Die Temperatur auf dem Spulenetikett ist nicht korrekt.
  • PETG + PTFE: Düse 220–240 °C, Druckbett 90 °C.
  • CPE HT: Düse 260–280 °C, Druckbett 110–120 °C.
  • Haftung: PETG ESD haftet so stark, dass es Glas oder ein glattes Bett beschädigen kann; Fiberlogy empfiehlt Malerkrepp (Masking Tape). Bei den anderen Sorten hilft ein texturiertes Bett oder eine Schicht Klebestift.

Läuft ein Druck nicht wie gewünscht? In Häufige Probleme beim 3D-Drucken lösen findest du die häufigsten Ursachen und Lösungen.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • PETG ESD schützt empfindliche Elektronik vor statischer Entladung
  • PETG + PTFE ergibt glatte, verschleißfeste bewegliche Teile
  • CPE HT bleibt bis 110 °C formstabil und ist transparent

Nachteile

  • Wenig Farbauswahl: PETG ESD nur in Schwarz, CPE HT nur transparent
  • PETG ESD braucht eine größere Düse und haftet sehr stark
  • CPE HT braucht ein Druckbett von 110–120 °C; nicht jeder Drucker schafft das
  • Nimmt Feuchtigkeit auf, also trocken lagern

Häufig gestellte Fragen

  • Was ist ESD-Filament?

    ESD steht für Electrostatic Discharge, also elektrostatische Entladung. ESD-Filament leitet statische Ladung kontrolliert ab, sodass sie nicht auf einmal auf ein elektronisches Bauteil überspringt. Du verwendest es für Gehäuse, Trays und Halterungen rund um empfindliche Elektronik. Ein gedrucktes Teil ersetzt keinen vollständigen ESD-Arbeitsplatz mit geerdeter Matte und Armband.

  • Was ist der Unterschied zwischen PETG ESD und ABS ESD?

    Beide leiten statische Ladung ab und werden bei derselben Temperatur gedruckt (250–265 °C). ABS ESD druckst du wie normales ABS am besten in einem geschlossenen Drucker, mit einem Bett von 90–110 °C. PETG ESD schrumpft weniger und braucht kein Gehäuse. Damit ist es für die meisten Drucker die einfachste Wahl.

  • Kann ich reines PTFE-Filament drucken?

    Nein, reines PTFE (Teflon) lässt sich mit einem normalen FDM-Drucker nicht drucken. PETG + PTFE ist PETG mit zugesetztem PTFE. Es wird bei 220–240 °C gedruckt, so einfach wie PETG, und gibt Teilen trotzdem eine glatte, verschleißfeste Oberfläche mit wenig Reibung.

  • Ist CPE HT lebensmittelecht?

    Der Rohstoff von CPE HT ist für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet und frei von BPA, BPS und Styrol. Ein gedruckter Gegenstand hat aber feine Rillen zwischen den Schichten, in denen sich Bakterien festsetzen können, und auch die Düse und eventuelle Farbreste spielen eine Rolle. Für Becher, Teller oder Dosen, die du oft benutzt, raten wir deshalb davon ab.

  • Kann ich diese Filamente im Bambu Lab AMS verwenden?

    PETG + PTFE und CPE HT kommen auf derselben Spule wie anderes Fiberlogy-Filament mit 0,75 kg (199 mm Durchmesser, 59 mm breit), die ins AMS passt; siehe auch Fiberlogy-Spulen im AMS. PETG ESD kommt auf einer 88 mm breiten Spule. Die ist zu breit für das AMS; verwende dafür den externen Spulenhalter.

  • Warum verstopft meine Düse mit PETG ESD?

    Die Nanopartikel, die PETG ESD antistatisch machen, können sich in einer engen Düse ansammeln. Fiberlogy empfiehlt deshalb eine 0,6-mm-Düse. Verstopft die Düse trotzdem, erhöhe die Drucktemperatur innerhalb des Bereichs von 250–265 °C.