Was ist flexibles Filament?
Flexibles Filament ist ein thermoplastisches Elastomer, meist TPU (thermoplastisches Polyurethan). Es verbindet die Eigenschaften von Gummi mit denen von Kunststoff: Ein Druck ist biegsam und federt in seine Form zurück, ist aber auch abriebfest, schlagfest und beständig gegen Öl, Fett und niedrige Temperaturen. Damit eignet es sich für Teile, die nachgeben, dämpfen oder Halt geben sollen.
30D oder 40D: welche Härte wählst du?
Die Härte von flexiblem Filament wird auf der Shore-Skala angegeben. Je niedriger die Zahl, desto weicher das Material.
| Sorte | Härte | Geeignet für |
|---|---|---|
| FiberFlex 30D | Weich, vergleichbar mit einer Schuhsohle | Sehr elastische Drucke, die sich stark biegen müssen. Drucke es mit einem Direktextruder und langsam. |
| FiberFlex 40D | Fester, vergleichbar mit Skateboardrollen | Teile, die nachgeben, aber ihre Form behalten sollen. Leichter zu drucken, auch mit einem Bowden-Drucker. |
| MattFlex 40D | Wie FiberFlex 40D | Dieselben Eigenschaften mit matter Oberfläche, auf der Schichtlinien kaum sichtbar sind. |
| FiberFlex Aero | Einstellbar | Leichte, schäumende Drucke: Über Temperatur, Geschwindigkeit und Flow bestimmst du Dichte und Härte selbst. |
Unsicher? Beginne mit FiberFlex 40D: Es druckt sich am leichtesten und ist für die meisten Anwendungen flexibel genug.
FiberFlex Aero: schäumend und leicht
FiberFlex Aero enthält ein Treibmittel, das bei höherer Düsentemperatur (um 230–235 °C) aktiviert wird. Durch Anpassen von Temperatur, Geschwindigkeit und Flow druckst du von kompakt und fest bis sehr leicht und porös. Ideal für RC-Modelle, Drohnen, Sohlen und Stoßdämpfer. Mehr dazu in unserem Artikel über FiberFlex Aero.
Flexibles Filament drucken: die richtigen Einstellungen
- Düse: FiberFlex und MattFlex 200–220 °C, FiberFlex Aero 200–240 °C.
- Druckbett: 50–70 °C, FiberFlex Aero 70–80 °C.
- Geschwindigkeit: niedrig. FiberFlex 40D druckt mit Direktextruder bis etwa 45 mm/s, mit Bowden-Aufbau 15–30 mm/s. Bei 30D gehst du noch etwas tiefer.
- Extruder: Ein Direktextruder funktioniert am besten, weil weiches Filament in einem langen Bowden-Schlauch knicken oder sich stauchen kann.
- Rückzug: kurz und langsam oder ganz aus. Zu viel Rückzug kann das Filament im Extruder blockieren.
- Trocken drucken: TPU nimmt Feuchtigkeit auf. Feuchtes Filament verursacht Bläschen, Fäden und eine raue Oberfläche.
Die genauen Temperaturen stehen bei jedem Produkt. Läuft etwas schief? In unserem Artikel Probleme beim 3D-Drucken lösen findest du die häufigsten Probleme mit ihrer Lösung.
Die Vor- und Nachteile von flexiblem Filament im Überblick
Vorteile
- Biegsam und federt in seine Form zurück
- Sehr abriebfest und schlagfest
- Beständig gegen Öl, Fett und niedrige Temperaturen
- Hervorragende Haftung zwischen den Schichten
- Dämpft Vibrationen und gibt Halt
Nachteile
- Langsamer zu drucken als PLA oder PETG
- Funktioniert am besten mit einem Direktextruder
- Nimmt Feuchtigkeit auf, also trocken lagern
- Stützmaterial lässt sich schwerer entfernen
Anwendungen von flexiblem Filament
- Dichtungen: Ringe, Kappen und Staubschutz.
- Griff und Schutz: Griffe, Handyhüllen, Stoßkanten und Füße.
- Dämpfer: Schwingungsdämpfer, Puffer und Teile für Drohnen und RC-Modelle.
- Tragbar: Uhrenarmbänder, Sohlen und Cosplay-Teile.
- Technik: Riemen, Schläuche und flexible Kupplungen.



