Angenommen, du hast gerade eine schöne Rolle PLA oder PETG Filament gekauft. Dann darfst du davon ausgehen, dass sie sauber auf die Spule gewickelt ist. Gerade bei Marken wie Fiberlogy und unserem eigenen Fill 3D Filament. Dieses Filament ist nach der höchsten Qualitätsnorm produziert. Ganz vereinzelt bekommen wir die Nachricht, dass ein Knoten oder ein Gewirr, oder auf schickem Englisch ein Tangle, ins Filament gekommen ist. Oft denkt man fälschlicherweise, dass es ab Werk falsch gewickelt wurde, aber in den allermeisten Fällen schleicht sich ein Knoten während der Benutzung der Rolle ein, ohne dass du es merkst. 

Ehe du dich versiehst, ist dein Filament verheddert

Das kann dem Besten passieren: Beim Wechseln deiner Filamentrolle stößt du genau falsch gegen den Spulenhalter und die Filamentrolle fällt dir aus den Händen auf den Boden. Wenn du das Ende der Rolle nicht festgehalten hast, fällt es mit auf den Boden und die Rolle wickelt sich ein Stück ab. Hier geht es schief: Ohne dass du es merkst, ist das Ende der Spule unter einen danebenliegenden Faden gekrochen. Auf den ersten Blick ist nichts los, aber in dem Moment, in dem du einen langen Druck startest und zur Arbeit gehst, zieht sich das Filament immer weiter zusammen, um nach einer Stunde so straff gespannt zu sein, dass keine Bewegung mehr in die Filamentrolle zu bekommen ist. Die Rolle kann sich in diesem Moment nicht weiter abwickeln und die Extruder-Gears werden dein Filament komplett auffressen. Ergebnis: ein halber Druck, denn die Nozzle hat keine Filamentzufuhr mehr gehabt und hat Luft gedruckt. Schade drum!

Jetzt denkst du vielleicht: Ich habe noch nie eine Rolle fallen lassen. Bravo! Aber... dein Filament kann sich auch sehr schnell verheddern, wenn du dein Filament zum Beispiel aus dem Drucker nimmst und es anschließend loslässt. Das Filament federt scheinbar leicht zurück auf die Rolle. Aber diese Enden sind heimliche Schlingel. Ohne dass du es siehst, kann es schon wieder unter seinen Nachbarn gekrochen sein. Et voilà, Problem!

Keine losen Enden

Hier folgt die wichtigste Regel für das Ende deines Filaments. Das wird dich retten, halt dich fest: Das Ende deines Filaments darf sich an 3 Stellen befinden. Nämlich:

  • - Im Hotend deines Druckers
  • - Am Rand deiner Filamentspule befestigt
  • - In deiner Hand

Tadaa! Das war's. Es klingt so einfach, aber das wird den Knoten verhindern. Kurz gesagt: Wenn du eine Rolle Filament öffnest oder an deinem 3D-Drucker wechselst, ist es immer an einer der drei zuvor genannten Stellen. Also keine losen Enden.

Na sowas, doch ein Knoten. Was jetzt?

Früher oder später bekommst du es wirklich einmal damit zu tun: einem Knoten. Die Lösung für eine Rolle Filament mit einem Knoten darin ist ziemlich einfach. Wenn der Knoten so ist, dass er das Filament verformt hat, dann schneide ihn einfach von der Rolle ab, aber in anderen Fällen kannst du es am besten reparieren. Zieh eine Handvoll Wicklungen bis kurz hinter den Knoten über den Rand deiner Spule. Hier darfst du das Filament loslassen. Wickle anschließend ganz sorgfältig das Filament zurück auf die Rolle und lass das Filament durch deinen Daumen und Zeigefinger gleiten. Vorsicht mit fettigen und schmutzigen Händen, das kommt der Qualität nicht zugute. Ich verwende dagegen immer ein Mikrofasertuch zwischen meinen Fingern. Pass aber auf, dass dein Filament nicht bricht, gib ihm immer den Raum, sich beim Wickeln in die richtige Richtung drehen zu können. Solltest du ein viel größeres Stück reparieren müssen, kannst du die Rolle auf eine leere Spule neu wickeln. 

Ein gewarnter Mensch zählt für zwei. Behandle deine Rolle mit Bedacht und lass die Enden nicht mehr los! :) Ich hoffe, du kannst mit diesen Tipps etwas anfangen! Jetzt musst du nur noch den Knoten durchschlagen, welche Farbe die nächste wird!