Als ich vor einigen Jahren selbst die ersten Schritte im Bereich 3D-Druck machte, gab es noch eine Menge zu lernen. Das wusste ich damals nicht, aber rückblickend kann man sagen, dass Erfahrung dafür sorgt, dass du immer bessere Ergebnisse erzielst. Ich lerne noch immer jeden Tag dazu, aber in diesem Blog möchte ich meine Erfahrung mit dem 3D-Druck in zehn Tipps umsetzen, die für jeden, der gerade mit dem Hobby anfängt, eine Stütze sein können. Ich hoffe, du kannst etwas damit anfangen.

Tipp 1. Lies die Anleitung zum Aufbau deines 3D-Druckers und schau dir YouTube-Videos an

Ich weiß es noch wie gestern: Du hast gerade deinen ersten 3D-Drucker bestellt. Wahrscheinlich hast du viel recherchiert und YouTube-Videos geschaut, oder ein guter Freund, Bekannter oder ein Familienmitglied hat dir empfohlen, unbedingt genau diesen einen Drucker zu kaufen. Wie dem auch sei, die Wartezeit bis zur Lieferung kannst du gut nutzen. Sofern du kein vollständig montiertes Exemplar gekauft hast, ist es bei den meisten 3D-Druckern so, dass noch etwas geschraubt werden muss, bevor du loslegen kannst. Ich selbst habe, wie wohl viele andere, mit einem Creality Ender-3 angefangen. Dieser Drucker ist bei der Lieferung zu einem kleinen Teil schon zusammengebaut, aber es muss noch einiges montiert werden. Mein Tipp: Schau auf YouTube. Es gibt unzählige Videos für unzählige Drucker, in denen Schritt für Schritt erklärt wird, worauf du achten musst und wie du manche Teile noch etwas waagerechter oder rechtwinkliger montiert bekommst. Mein 2. Drucker war ein Prusa i3 MK3S. Diesen Drucker kannst du fertig aufgebaut oder als Bausatz kaufen. Mein dringender Rat lautet: Nimm den Bausatz. Dem 3D-Drucker liegt eine sehr ausführliche Anleitung bei, sowohl in Papierform als auch online. Außerdem findest du oft ganze Communities von Liebhabern, die einander helfen wollen. Indem du deinen Drucker selbst zusammenbaust, lernst du ihn gleich richtig kennen. Darauf komme ich später zurück.

Tipp 2. Frag um Hilfe, wenn du zweifelst, und lass dich informieren

Das schließt an den Tipp oben an. Wenn du beim Aufbau deines Druckers nicht weiterkommst, oder in einer späteren Phase, zum Beispiel beim Drucken eines bestimmten Objekts, dann frag um Hilfe. Vielleicht hast du Freunde oder Bekannte, die auch einen 3D-Drucker besitzen — die sind alle schon gegen verschiedene Probleme und Überraschungen gelaufen. Durch ihre Erfahrung findest du schnell wieder die richtige Spur. Hast du niemanden in unmittelbarer Nähe, der dir bei deinem Hobby helfen kann, dann frag in einem Forum um Hilfe, oder zum Beispiel über Instagram, Reddit oder YouTube. Meine Erfahrung ist, dass die 3D-Druck-Community sehr hilfsbereit ist. Fühl dich nicht zu groß, denn gerade dieser eine Tipp kann den Unterschied ausmachen zwischen stundenlangem Mühen und dem perfekten Druck.

Tipp 3. Fang mit einem einfachen und druckfreundlichen 3D-Filament an

Ein guter und präziser Drucker ist das eine, aber unterschätze nicht den Einfluss, den das richtige Filament auf die Qualität deines Drucks hat. Gerade wenn du mit dem 3D-Druck anfängst, kann es ziemlich unübersichtlich sein, was all diese verschiedenen Filamentsorten sind. Die Begriffe fliegen dir nur so um die Ohren. PETG, PLA, ABS — das sind 3 Beispiele für 3D-Drucker-Filament, die in vielen Blogs, Videos und anderen Artikeln genannt werden. Ich bin der Meinung, dass du als echter Anfänger im 3D-Druck am besten mit einem zugänglichen Filament startest. In diesem Fall empfehle ich dir wirklich PLA, und ganz besonders das PLA, das wir anbieten. Wir verkaufen Fiberlogy Easy PLA und haben viele Farben davon ab Lager lieferbar. Dieses Filament ist wirklich ein hochwertiges Filament zu Preisen, die mit den von mir oft erwähnten Kilo-Schnäppchen diverser Hausmarken vergleichbar sind. Du wirst wirklich einen Unterschied im Gebrauch zwischen der einen und der anderen Rolle Filament merken. Fiberlogy hat eine Rezeptur entwickelt, die dafür sorgt, dass dein Druck noch besser am Druckbett haftet, besser fließt und die Schichten enorm gut aneinander haften. Das Wort Easy im Namen steht also nicht umsonst da. Willst du mehr darüber lesen, warum du PLA oder PETG verwenden solltest, dann lies auf den Produktseiten von 3D Fanshop unten bei den Rollen die ausführliche Erklärung.

Tipp 4. Werde nicht frustriert, es werden Drucke misslingen

Okay, mal ehrlich: Wie gut oder teuer dein Drucker auch ist, wie gut dein 3D-Filament auch ist — am Anfang werden Drucke misslingen. 3D-Druck ist ein Hobby, in das man leicht einsteigen kann, an dem aber auch eine Lernkurve hängt. Mit der Zeit und durch all die Experimente und Versuche wirst du immer besser. Aber auch mit Premium-Filament von Fiberlogy ist dir der Erfolg nicht garantiert. 3D-Druck ist ein sehr komplexer Prozess und es gibt viele Faktoren, die bestimmen, ob ein Druck erfolgreich abgeschlossen wird oder ob du mit einem sehr großen Berg Spaghetti endest. Versuche, Lösungen zu finden, recherchiere, versuche dich zu verbessern und vor allem: Werde nicht frustriert. Irgendwann kommt ein Kipppunkt, an dem du allerlei Probleme schon einmal erlebt hast — und dann bringt dich nichts mehr aus der Ruhe.

Tipp 5. Lerne deinen 3D-Drucker kennen

Hier kann ich wieder eine schöne Brücke zum Punkt oben schlagen. Um einen gelungenen Druck von deinem Heated Bed nehmen zu können, musst du die Grundprinzipien des 3D-Drucks kennen. Inzwischen hast du nach viel Recherche einen 3D-Drucker ausgesucht, du hast eine fantastische Rolle Fiberlogy Easy PLA Filament in einer spannenden Farbe und du bist ready to go. Vielleicht hast du sogar schon einiges gedruckt, aber was ich dir mitgeben möchte, ist: Lerne deinen Drucker kennen. Jede Marke 3D-Drucker hat ihre eigenen starken und weniger starken Seiten, und während die Grundlagen des Druckens gleich sind, ist es bei jedem 3D-Drucker wichtig, ihn gut einzustellen. Lies über E-Steps, über das Leveln deines Druckbetts, vertiefe dich in die Genauigkeit deiner Drucke und schau, wo und wie du sie verbessern kannst. Jeder 3D-Drucker hat einen Sweetspot, und bei fast keinem Drucker ist er gleich. Nimm dir Zeit, lies viel, hör viel zu und experimentiere viel. Sieh dir das Menü deines Druckers einmal genau an und versuche herauszufinden, wofür all die Funktionen und Einstellungen da sind.

Tipp 6. Fang mit einfachen Drucken an

Wenn du einen 3D-Drucker kaufst, liegt oft eine SD-Karte oder ein USB-Stick bei, auf dem Dateien von 3D-Modellen stehen, die du drucken kannst (so auch das bekannte Hündchen von Creality). Durch das Drucken dieser mitgelieferten Objekte kannst du gut testen, ob dein Drucker das tut, was du willst. Dadurch kannst du so gut wie ausschließen, dass es an der druckbaren Datei liegt, falls etwas nicht ganz rundläuft. Diese Dateien sind bereits speziell für deinen Drucker “gesliced”. So kannst du gut herausfinden, ob du die richtige Temperatur für dein Heated Bed und dein Hotend verwendest. Die Temperatur ist zum Beispiel bei jeder Filamentmarke anders und funktioniert innerhalb eines bestimmten Bereichs. Für Fiberlogy Easy PLA Filament liegt sie beispielsweise zwischen 200 und 230 Grad Celsius. Du kannst nun einfach weiter ausprobieren, ohne dir Sorgen um die Datei und die zugehörigen Einstellungen machen zu müssen. Wenn du das einmal im Griff hast, kannst du selbst schöne Modelle im Internet suchen. Die bekannteste Website dafür ist Thingiverse mit einer beispiellosen Anzahl an Modellen, die meist gratis und nicht kommerziell nutzbar sind.

Tipp 7. Nutze die Slicer-Software, mit der du dich wohlfühlst, und lerne ihre Möglichkeiten kennen

Du wirst nicht darum herumkommen. Wer 3D-Modelle mit einem 3D-Drucker drucken will, muss diese Modelle mit einem Softwareprogramm vorbereiten. Sogenannte Slicer-Software. Slicer-Software wandelt die Dateien, die du herunterlädst, zum Beispiel GCODE-Dateien, in Dateien um, die speziell für deinen Drucker und mit den von dir gewählten Einstellungen sind. Diese Dateien sind oft STL-Dateien. Du kannst auch auf 3MF-Dateien stoßen. Jedes Slicer-Programm hat so seine guten Seiten. Es liegt ganz an dir, welche Software du nutzen willst — bei mir ist es sogar so, dass ich PrusaSlicer (früher Slic3r) für Dateien nutze, die ich mit meinem Prusa i3 MK3S drucke, und Cura für Dateien meines Ender 3. So hat es sich eingeschlichen. Lerne auf jeden Fall gut, was dein Slicer alles kann: wie du das beste Infill generierst, die Flow Rate einstellst, leicht zu entfernende Supports platzierst und wie du die richtigen Einstellungen wie Hotend-Temperatur, Bett-Temperatur und, nicht unwichtig, die Schichthöhe einstellst.

Tipp 8. Behalte alles im Auge mit Octoprint

Eine schöne Ergänzung zu deinem 3D-Drucker ist Octoprint. Octoprint ist ein Stück Software, das zum Beispiel auf einem Raspberry Pi läuft — einem ganz kleinen Computer. An diesen kleinen Computer kannst du eine Webcam anschließen. Das geht per USB oder mit einer Raspberry-Pi-Cam, die du direkt ans Mainboard anschließt. Mit Octoprint hast du eines der einfachsten Werkzeuge in der Hand, um deinem Drucker Befehle zu geben, einen Druck zu starten oder abzubrechen, den Fortschritt zu sehen und eben auch über die Webcam einen Livestream deines Druckers zu verfolgen. Ideal, denn nun musst du nicht mehr mit USB-Sticks oder SD-Karten hantieren, sondern ziehst deine Datei vom Computer einfach in deine Octoprint-Umgebung und startest den Druck direkt. Manche Slicer-Software hat sogar eine Anbindung an Octoprint, dann kannst du deinen 3D-Drucker sogar ganz ohne Zwischenschritte an die Arbeit schicken.

Tipp 9. Rüste deinen Drucker mit ein paar praktischen Ergänzungen auf

Jeder will mit den coolsten Modellen anfangen, aber was ich dir empfehlen möchte, ist, dich am Anfang kurz zu zügeln. Oft kannst du deinem Drucker mit ein paar funktionalen Drucken ein richtiges Upgrade verpassen. Wenn du ein bisschen suchst, findest du eine Menge Dateien, die du herunterladen und drucken kannst, um deinen 3D-Drucker aufzuwerten. Denk dabei an einen besseren Spulenhalter, eine Abdeckkappe für deinen Lüfter, ein Gehäuse für deinen Raspberry Pi, einen Extruderknopf, eine Aufbewahrungsschublade und so weiter. Die Möglichkeiten sind zahllos, sowohl funktional als auch zum Aufpimpen deines Druckers. Weitere (nicht druckbare) Upgrades, die ich dir wirklich empfehlen kann, sind:

  • Ein Glasbett. Gerade bei meinem Creality Ender 3, bei dem ich merkte, dass das Heated Bed nicht 100 % eben war, konnte ich eine perfekte Druckoberfläche schaffen. Auf Glas haftet das Filament ausgezeichnet und es ist ein wunderbarer Abschluss des sogenannten First Layer.
  • Ein Aluminium-Extruder. Bei manchen Druckern ist der Extruder — dort, wo dein Filament durchgedrückt wird — aus Kunststoff. Mit der Zeit kann sich das Filament in den Extruder einschleifen. Dadurch entsteht Reibung und das Einführloch ist ein ganzes Stück größer geworden. Das ist nicht gut für die Druckqualität.
  • Stabile Heated-Bed-Federn. Viele Heated Beds lassen sich mithilfe von Stellmuttern leveln. Allerdings sind die Federn zwischen Bett und Mutter oft von sehr leichter Qualität. Das bedeutet, dass sich die Position schnell ändern kann, ob nun versehentlich durch Anstoßen oder nicht, was wiederum dazu führt, dass du erneut leveln musst. Stabile Federn drücken kräftiger gegen die Stellmutter, wodurch mehr Spannung darauf steht und sie sich weniger leicht löst. Ideal, auch wenn du ein automatisches Bed-Level-System wie den BL Touch verwendest.
  • Octoprint. Zuvor schon genannt, aber nochmals der Erwähnung wert: Ich könnte nicht darauf verzichten, beide meiner Drucker sind damit ausgestattet.

Tipp 10. 3D-Druck macht Spaß, fordere dich immer weiter heraus

Wenn du erst einmal schön am Drucken bist und deinen Drucker, dein Filament und deine Software immer besser kennenlernst, ist es Zeit, dich neu herauszufordern. Schau dir zum Beispiel einmal ein anderes Filament wie PETG an. Unser Fiberlogy Easy PETG ist wirklich ein herrliches Filament, von dem wir auch diverse transparente oder exklusive Farben anbieten. Oder geh noch einen Schritt weiter und versuche einmal, echtes Holz zu drucken mit Fiberlogy FiberWood Holzfilament. Und wenn du wirklich verstehst, was du tust, dann probiere einmal ein flexibles Filament, mit dem du im Handumdrehen zum Beispiel einen gummiartigen Türstopper druckst. Wir haben Fiberlogy FiberFlex in 2 verschiedenen Härtegraden und in vielen Farben. Sieh dir abgesehen vom Filament auch einmal 3D-Software an, mit der du deine eigenen Kreationen erstellen kannst. Ein schöner Einstieg ist einfach gratis und online verfügbar: TinkerCad. Spiel einfach mal damit herum. Du siehst: genug Herausforderungen, um dein Hobby immer weiter auszubauen. Enjoy!

Willkommen im Club und ganz viel Druckvergnügen!